Die Preisträger
Die drei Hauptpreise - eine Jugendreise nach Südfrankreich und zweimal
3.000 DM - sind an Kinder- und Jugendgruppen gegangen, die mit einfachen
Methoden ihr Anliegen nach außen getragen haben und dadurch bei sich
vor Ort Veränderungen bewirkt haben. Es sind diese Ideen und Aktionen,
die von der Jury besonders hervorgehoben wurden:
D-Eskalation - Gewalt überwinden In Ost und West
Die Evangelische Jugend Dortmund-Nordost und die Schweißwarzen aus
Frankfurt/Oder haben eine ge-meinsames Jugendcamp in der Nähe von Frankfurt
an der Oder veranstaltet. 10 Jugendliche aus West-deutschland und 10 Jugendliche
aus Ostdeutschland lernten sich gegenseitig kennen und entwickelten und
spielten "unsichtbares Theater" an öffentlichen Plätzen
in Frankfurt/Oder.
Die Jugendlichen aus den neuen und alten Bundesländern haben gemeinsam
Szenen zum Thema Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus in der Öffentlichkeit
gezeigt. Das Publikum sollte dabei glauben, dass es sich um realistische
Situationen handelte. Es wurden drei Theaterszenen vorgespielt und beobachtet,
wie oder wie auch nicht sich die Passanten einmischten.
Das "unsichtbare Theater" hat den Jugendgruppen und den Zuschauer/innen
Mut gemacht, auch in anderen Situationen gegen Gewalt und Rassismus Position
zu beziehen. Die Jugendlichen haben bei ihrer Aktion Ost-West-Unterschiede
erlebt und erfahren, dass Unterschiede Grundlage für eine interessante,
vielfältige Ge-meinschaft sein können. Im Frühjahr 2002 soll
das Projekt in Dortmund fortgesetzt werden.
Verstecktes Theater im Einkaufszentrum
Auch die "Wandernde Jugendgruppe" der Kirchengemeinden
St. Michaelis, Walle und Wilhadi in Bremen hat unsichtbares Theater gespielt.
Die 15-20 Jugendlichen haben verschiedene Alltagssituationen Jugendlicher,
in denen Gewalt vorkommt, in einem Bremer Einkaufszentrum vor Passanten
dargestellt und danach Inter-views mit den Zuschauer/innen geführt.
Die Reaktionen und die Interviews wurden gefilmt. Das "unsichtba-re
Theater" war im Vorfeld mit dem Management des Einkaufszentrums und
der Polizei abgesprochen wor-den. Die Polizei möchte nun gemeinsam
mit der "Wandernden Jugendgruppe" ganztägige Informationsveranstaltungen
gegen Gewalt im Einkaufszentrum durchführen. Diese Idee wird vom Management
des Einkaufszentrum unterstützt.
Kunterbunt - Ein Antirassismusprojekt für Kinder
An dem Projekt Kunterbunt nahmen 15 Kinder und 4 Betreuerinnen des Kinder-
und Jugendzentrum Biebe-rich teil. "Kunterbunt" war eine Projektwoche
innerhalb der Herbstferien vom 8. - 12. Oktober. Sie bestand aus vielen
verschiedenen Aktivitäten. Zentraler Punkt war das gemeinsame Mittagessen,
bestehend aus internationalen Gerichten. Daraus sind "Kunterbunte Kochbücher"
hervorgegangen, in die die Kinder Rezep-te geschrieben haben und die sie
als Erinnerung mit nach Hause nahmen. Täglich wurde zudem ein "Turm
der Eindrücke" aus großen Pappkartons gebaut, auf dem die
Kinder ihre Eindrücke und Erfahrungen des Tages aufschrieben. Es haben
drei große Aktionen stattgefunden: An einem Tag wurden verschiedenen
Gotteshäusern besucht. Eine Litfasssäule im Stadtteil wurde bunt
gestaltet und warb während der Woche für Toleranz. Außerdem
befragten die Kinder Passanten und Geschäftsleute zum Thema Toleranz
und do-kumentierten die Ergebnisse.
Die Kinder hatten großen Spaß während der Projektwoche
und haben viel gelernt und erfahren. Die Litfass-säule und die Umfrage
haben in der Öffentlichkeit für positives Aufsehen gesorgt und
der "Turm der Eindrü-cke" steht inzwischen im Rathaus Bieberich.
In der lokalen Presse ist ausführlich über "Kunterbunt"
berichtet worden.